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Bremsen der Hyosung

In vielen sogenannten Fachzeitschriften ist ja immer wieder zu lesen, wie schlecht die Bremsen der Hyosung seien. Viele sind jedoch nach einer Probefahrt überrascht, da sie nicht mit einer solchen Bremsleistung gerechnet haben. Im positiven Sinn.

 

 Fakt ist, die Bremsen der Hyosung sind gar nicht so schlecht, wie immer dargestellt wird und bieten in allen Lebenslagen genügend Bremsleistung. Natürlich kann die nicht mit den modernen Bremsanlagen von Brembo, Nissin und anderen Spezialisten, wie sie heute an Supersportler à la  GSXR 1000 oder R1 verbaut sind, verglichen werden. Dennoch ist die Bremsleistung mehr als ausreichend.

Seit dem Modelljahr 2006 wurden neue Bremspumpen an der Hyosung verbaut. Diese erkennt man an den verstellbaren Handbremshebeln.

Wem die Bremse trotzdem zu lasch ist, kann mit einfachen Mitteln schnell Abhilfe schaffen. Der erste Schritt ist meist, Beläge aus Sintermetall, z.B. von EBC, zu verbauen. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, greift zusätzlich auf Stahlflex-Bremsleitungen aus dem Fachhandel zurück. Diese Veränderungen sind mehr als spürbar und können schnell zu einem ungewollten Stoppie führen.
Einige Leute schwören auch auf die Bremsanlage von Melvin, wie sie im Cup gefahren wurde. Damit kann man in jedem Fall auf der letzten Rille bremsen!

 

Zitat von Olli aka redflash aus dem Forum:

Ich glaube, hier darf ich mal ein paar Worte aus eigener Erfahrung schreiben, denn die Berichte, die da immer zu lesen sind, haben einen Fehler, und der sitzt auf dem Mopped.

Meist steht irgendwas von Wiedereinsteigermotorrad oder Einsteigermotorrad oder so in den Testberichten. Als solches soll die Hyosung laut den Testern angesehen werden.

Welcher Fahrschüler oder Wiedereinsteiger, mit 15 oder 20 Jahren Abstinenz, beherrscht eine Bremsleistung, die der eines mittelmäßigen Renn-Moppeds gleichkommt? Die Verzögerungswerte liegen weit über denen eines Mittelklasse-PKWs ohne ABS. Das würde jeden Anfänger überfordern.

Die Tester sind nicht nur sehr oft mit 'nem Motorrad unterwegs und schon deswegen im Vorteil gegenüber der sonstigen Klientel. Die allermeisten Tester sind auch mehr oder weniger beruflich permanent als Hobby-Rennfahrer mit dem Bike auf der Piste und sie nehmen ständig an Sicherheitstrainings teil.

Ich habe schon auf meiner Katana eine 16er Magura-Radialpumpe und ne 14er Brembo-Radialpumpe gefahren, beide wieder abgebaut und weiterverkauft, weil das Motorrad bei nassem Wetter zwar fahrbar, aber bremstechnisch nicht mehr zu beherrschen war. Das war alles irgendwie zuviel des Guten.
Es ist immer zu bedenken, dass ich mit einem MEHR an Verzögerung auch immer weiter ans Limit der Reifenhaftung komme, ein ungewollter Stoppie ist da das kleinere Übel, ein stehendes Vorderrad bei 60Kmh hat mir ne Instandsetzung von über 4000 DM (ja, ist schon lange her) eingebracht.
Mit original 14er Pumpe und Stahlflex hat man damit mehr als genug Verzögerung, die Dosierbarkeit ist vorbildlich und du bleibst oben sitzen.

Für den Anfänger ist der Originalzustand wohl der beste Kompromiss aus Dosierbarkeit, Verzögerung und Handkraft.
Wer dann später mehr möchte, kann beim fälligen Belagwechsel auf Sintermetall umsteigen, bringt richtig mehr Verzögerung.
Als Steigerung der Dosierbarkeit sind Stahlflex- oder Kevlar-Leitungen zu empfehlen.
Wenn's dann noch mehr sein muss, kann man eine Radial-Pumpe dazunehmen.

Eine Renn-Bremse mag zwar für den Freak erstrebenswert sein, aber die normalen Reifen und der Straßenbelag sind dafür nicht ausgelegt.


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